LINK zum Thema: http://www.fsrpowi.de/Forum/topic/39.html
Update vom 17.07.: auch “student!” hat das Thema aufgegriffen: http://student-leipzig.de/artikel/berufungsverfahren-auf-eis
Update vom 19.07.: Nun hat der FSR Powi eine Vollversammlung anberaumt: http://www.fsrpowi.de – Donnerstag, 21.07.11, um 12 Uhr, Foyer des GWZ
Update vom 21:07.: News auf Radio Mephisto: “Entscheidung über Politikwissenschaft soll schnell fallen”. Die Vollversammlung fand statt. Morgen gibt es ca. 8.30 Uhr ein weiteres Gespräch mit der Rektorin. Jetzt auch News auf der Campus LVZ – Seite.
Update vom 22.07.: Dialog mit der Rektorin ist erfolgt. Alle sind informierter aber niemand klüger geworden. Einzelne Powis denken schon in der Kategorie “Züge nach Dresden”. Das Mobilisierungspotential hält sich in Grenzen.
Herausgegriffene Informationen:
- 2 von 5 Lehrstühlen sind aktuell am Powi-Institut besetzt.
- 3 laufende Berufungsverfahren wurden vom Rektorat eingefroren.
- Der FSR Powi sieht die Gefahr, dass diese Stellen gestrichen werden (unausgesprochenes weitergedacht kann das dazu führen, dass der Fachbereich früher oder später dicht gemacht wird)
- Die öffentliche Fakultätsratssitzung und die Übergabe der Unterschriften sind wohl am 14. und 15. Juli vollzogen worden
- Wie es weiter gehen wird, ist bisher unbekannt.
- Seitens des StuRa gibt es aktuell keine “offizielle” Äußerung zu dem Problem, die Unterschriftenliste ging jedoch im Plenum am 12. Juli durch die Reihen mit – aus der Ferne beobachtet – nur mäßiger Unterstützerzahl.
Meinung:
Aus meiner Sicht fügen sich die dargelegten Fakten zu einem stimmigen Gesamtbild. Tendenziell schlimmer, als die Kürzungen selbst, ist nur noch die Informationspolitik seitens der Uni und dem SMWK (angenommen die Spekulationen treffen ins Schwarze). Dies zeigt einmal mehr, wie notwendig Transparenz in den dafür zuständigen Gremien, wie Rektorat, Senat, Fakultätsrat und nicht zuletzt dem SMWK ist. Unter der – nach meiner Ansicht falschen – Prämisse, dass finanzielle Kürzungen alternativlos seien, so wäre es doch das Mindeste, dass man dem “todkranken Patienten” (Institute der Uni Leipzig) seine Optionen offenbart, damit er wenigstens noch die Zeit bekommt, angemessen zu reagieren.
Daher meine Forderung und sicherlich auch die, vieler Menschen in der studentischen Selbstverwaltung:
Raus mit der Sprache, wann, wie und wo gekürzt wird !
Umso länger das Thema Spekulationen unterworfen wird, desto intensiver wird die Reaktion auf die faktischen Entscheidungen ausfallen.
Der komplette Forenbeitrag im Wortlaut:
In den letzten Monaten gab es immer wieder Gerüchte am Institut für Politikwissenschaft, dass es zu Kürzungen und Schließungen, v.a. im Lehramt kommen sollte. Vor dem Hintergrund der Vorgaben durch das Sächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, etwa 72 Stellen in den nächsten Jahren an der Universität zu streichen, berichtete schon der ehemalige Prorektor Fach im Januar 2011 dem Senat, dass es Diskussionen zum Abbau der Lehramtsdoppelstrukturen gäbe und eine mögliche Schließung des Institutes daraus folgen könnte.
Daraufhin erschien ein Artikel im Stadtmagazin „Kreuzer“, der diese Thematik aufnahm. Zu diesem Zeitpunkt (Frühjahr 2011) beruhten alle Informationen, die zu Kürzungen am Institut führen sollten, nur auf Mutmaßungen. Eine Anfrage diesbezüglich im März 2011 an das Rektorat wurde bis dato nicht beantwortet. Die Gerüchte um eine Kürzung des Lehramts wurden daraufhin immer unwahrscheinlicher, bis vor einigen Wochen eine Liste des neuen Prorektor Altmeyer auftauchte, die die Kombinierbarkeit der Lehramtsfächer stark einschränkte. Zum Beispiel sollte Gemeinschaftskunde mit den derzeit beliebtesten Zweit-Fächern, wie Geschichte oder Sport nicht mehr kombinierbar sein. Nachdem wir als FSR und der Lehramtsreferent des StuRa im Rektorat nachgefragt hatten, wurden alle unsere Befürchtungen als haltlos abgetan.
Parallel zu den Ereignissen im Frühjahr liefen am Institut für Politikwissenschaft drei Berufungsverfahren. Im Frühjahr wurde zusätzlich die alte Professur von Frau Meuschel (Politisches System der BRD) durch Frau Lorenz neu besetzt. Aktuell sind damit mit Frau Zinecker (Internationale Beziehungen, IB ) nur zwei von fünf vorgesehenen Lehrstühlen am Institut besetzt. Für die weiteren Professuren (Professur Theorie, derzeit vertreten durch Herrn Liebsch; Professur Ethik, Politik, Rhetorik, derzeit vertreten durch Herrn Henkel; Professur IB derzeit vertreten durch Herrn Roscher) liegen aktuell Besetzungsvorschläge der Berufungskommissionen im Rektorat.
Einige Tage nachdem es bereits Gerüchte gab, die Professuren ständen zur Disposition, wurde vom Rektorat verkündet, dass ein „Moratorium“ über alle drei zu besetzenden Professuren verhängt wurde. Damit wird deutlich, dass das Rektorat gerade vor grundsätzlichen Entscheidungen steht. Die Vorgaben des Ministeriums im Rücken, hat man sich jetzt anscheinend aufgrund der „guten“ Vorbedingungen auf das Powi-Institut eingeschossen, welches womöglich damit zum Exempel für die kommenden Kürzungen wird.
Was das Wegstreichen von drei Lehrstühlen am Institut für Folgen haben könnte, ist kaum auszumalen. Die drei Lehrstühle und die damit verbundenen MitarbeiterInnenstellen sind für das Institut für Politikwissenschaft existenziell, damit eine flächendeckende Lehre in allen Bereichen der Politikwissenschaft gewährleistet wird und man den angestrebten Studierendenzahlen gerecht werden kann. Darüber hinaus ist die Professur für Ethik und Rhetorik für das Lehramt vorgesehen (gemeinsam mit der Philosophie) und damit für die geplante Weiterführung des Powi-Lehramtes in Leipzig unumgänglich. Seit fast zwei Jahren fehlt die Kontinuität der Lehre und Forschung am Institut, was für die Studierenden vor allem bei der Gestaltung der Abschlussarbeiten und -prüfungen Schwierigkeiten bereitet.
Für die Fakultät hätte der Wegfall der drei Professuren ebenso gravierende Folgen. Zurzeit ist die Politikwissenschaft eine große Stütze für den Wahlbereich, neben der KMW die am meisten frequentierte Disziplin. Die BewerberInnenzahlen zeigen, dass Powi im Wahlbereich stark gefragt und sehr beliebt ist und, dass diese Nachfrage auch zum großen Teil abgedeckt werden kann. Ein Wegfall der Professuren würde bedeuten, dass der Wahlbereich vor kapazitären Problemen stehen würde.
Das Thema der Stellenstreichungen ist bei weitem kein alleiniges Problem der Politikwissenschaft. Das Land Sachsen will im Rahmen der Hochschulentwicklungsplanung bis 2015 300 Stellen streichen. Davon alleine 72 an der Universität Leipzig. Die Universität ist daher angehalten, bis zum Ende des Jahres 2011 ihre hochschulinternen Vorstellungen zum Entwicklungsplan an das Ministerium weiterzureichen. Es ist darum besonders wichtig, bei diesen ersten Unternehmungen zu Stellenstreichungen als Fakultät geschlossen hinter dem Institut für Politikwissenschaft zu stehen. Jegliche Taktiererei und Hoffnung auf die Verschonung des eigenen Institutes wird zur Folge haben, dass sich gegenseitig ausgespielt werden wird. Nur mit einer geschlossenen Fakultät – und Universität – kann sich gegen eine Landespolitik der Streichungen gewehrt werden.
Darum laden wir Euch zu der öffentlichen Sitzung des Fakultätsrates am Donnerstag dem 14. Juli ab 14 Uhr ein (GWZ 4.115). Alleiniger Tagesordnungspunkt wird das Moratorium sein.
Um unserer Position Nachdruck zu verleihen, fordern wir euch auf, am Freitag dem 15. Juli um 10 Uhr mit uns gemeinsam die Unterschriftenlisten offiziell dem Rektorat zu überreichen.
Wir fordern das Rektorat auf:
Eine sofortige Weiterführung der Berufungsverfahren und eine Besetzung der Lehrstühle anzustreben, damit die Lehre sowohl im Kernfach als auch im Wahlbereich abgedeckt wird.
Die absolut intransparente Entscheidungspolitik auf Seiten des Rektorats sofort zu beenden.Wir fordern ebenso die Fakultät auf, sich geschlossen für das Institut für Politikwissenschaft und gegen jede Kürzungen einzusetzen.



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